Im März 2015 eröffnete die METRO GROUP ihr Digitales Hauptstadtbüro. Es soll die
eigene Arbeit transparenter machen. Denn „die Anforderungen an Unternehmen steigen, transparenter als früher ihre Interessen zu erklären und zu vertreten“, stellt das Unternehmen auf seiner Website fest. Deshalb verfolgt das Konzernbüro das Konzept des „Responsible Lobbying“ – nicht nur im digitalen Raum. Wesensmerkmal dieses Ansatzes ist eine transparente und konsistente politische Kommunikation. Die Ziele, die das Unternehmen
mit der Lobbyarbeit verfolgt, und die genutzten Werkzeuge sollen klar erkennbar sein.
Das Angebot des Digitalen Hauptstadtbüros, das Positionen, Team und Aktivitäten des Konzernbüros klar benennt, soll der Mystifizierung der Interessenvertretung entgegenwirken und ein Beitrag zur Transparenzdebatte sein.

Selbstreflektion – Interessenvertretung als Schwerpunktthema

Die Interessenvertretung an sich ist deshalb auch eines der Schwerpunktthemen des Portals. Es greift aktuelle Themen der Transparenzdebatte auf, wie beispielswiese den Start des EU-Transparenzregisters oder die Diskussion um die Offenlegung der Hausausweise von Interessenvertretern im Deutschen Bundestag. Ergänzt werden diese Meldungen um aktuelle Studien und Fachbeiträge zur Arbeit von Interessenvertretern und der von ihnen eingesetzten Instrumente. Aber nicht nur die Debatte um den eigenen Berufsstand wird hier transparent. Auch das eigene Politik-Team wird namentlich, mit Foto, Kontaktdaten und Werdegang vorgestellt. So können Politik, Wissenschaft, NGOs und Medien nachvollziehen, mit wem
sie es genau zu tun haben. Darüber hinaus legt das Unternehmen offen, in welchen Ausschüssen von Verbänden und Ministerien ihre Repräsentanten aktiv sind.

Informationsaufbereitung – Keine Einbahnstraßen-Kommunikation

Neben dem Schwerpunktthema der Interessenvertretung sind auch alle wichtigen
politischen Themen der METRO GROUP benannt, von der Lebensmittelsicherheit über Verbraucherinformationen bis hin zu Energie und Digitales. So wird klar, welche Themen
und Gesetzgebungsprozesse dem Unternehmen wichtig sind und wo es seine Interessen vertritt. Auch die Informationsaufbereitung des Portals entspricht den Anforderungen an eine transparente Kommunikation.

  • Third Parties: Themen und Positionen stehen in der Regel nicht allein. Sie werden in die Debatte eingeordnet. Im Stil eines Mediums interviewt das Konzernbüro regelmäßig politische und gesellschaftliche Akteure zu ihrer Sicht auf aktuelle Handelsthemen. Auch kritische Meinungen sind hier Willkommen.
    Das erhöht die Relevanz und die Akzeptanz des Portals.
  • Curated Content: Nicht nur selbst erzeugte Inhalte sind auf dem Portal zu finden. Auf einer Twitterwall werden interessante Tweets aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft rund um Handel und Ernährung durch das METRO GROUP Team kuratiert. Somit gelangen auch externe Inhalte auf die Seite. Das schafft eine Plattform für andere Akteure und einen informativen Mehrwert für die eignen Leser.

 

Integrierte Kommunikation – Verzahnung von virtueller und realer Welt

Auch beim Digitalen Hauptstadtbüro ist eine bestmögliche Verzahnung zwischen On- und Offline Aktivitäten das Ziel. So werden für die Veranstaltungsreihe „Mittwochsgesellschaft“
die Thesen der Referenten vorab Online gesteilt und auf dem Portal diskutiert.
Ausgewählte Debattenbeiträge nimmt der Moderator der Veranstaltung auf und bettet sie
in den Bühnentalk ein. Die Debatte selbst wird über Hashtags (Berlin: #MGBER; Düsseldorf: #MGDUS; Brüssel: #MGBRU) auf Twitter dokumentiert. Dort erreicht das Politikteam der METRO GROUP unter @DasGuteessen aktuell rund 2.000 Stakeholder aus Politik, Verbänden, NGOs und Medien. Mitschnitte der Vorträge und Videostatements der Gäste werden im Nachgang der Veranstaltungen auf dem Portal verfügbar gemacht. Die Bewerbung der Veranstaltung und Registrierung der Teilnehmer auf dem Online-Portal
ist selbstredend.

Mediennutzung – Digitale Auffindbarkeit politischer Informationen immer wichtiger

Jenseits aller Transparenzbestrebungen hat das Digitale Hauptstadtbüro aber auch einen ganz praktischen Nutzen für die Interessenvertretung der METRO GROUP. Aktuelle Studien zeigen, dass die digitale Auffindbarkeit politischer Positionen im Internet für Interessenvertreter immer wichtiger wird. Eine Umfrage unter Büroleitern von Bundestagsabgeordneten hat beispielsweise herausgefunden, dass neun von zehn Büroleitern Suchmaschinen für ihre tägliche Arbeit nutzen. Zudem werden Online-Angebote in erster Linie für Fachrecherchen genutzt. Wenn also ein Büroleiter recherchiert, sollten
die Unternehmenspositionen im Suchmaschinenranking möglichst unter den ersten Treffern auftauchen (Stichwort SEO). Darüber hinaus sind nahezu alle Bundestagsabgeordneten mit Smartphones und Tablets ausgestattet. Bei der Termindichte sitzt kaum jemand vor einem stationären PC, um Informationen aufzunehmen. Inhalte der Online-Angebote der Konzernbüros sollten also immer auch mobil optimiert (Stichwort Responsive Design)
oder in den sozialen Netzwerken präsent sein. Schließlich sind mehr als 95 Prozent aller Bundestagsabgeordneten und/oder deren Teams in sozialen Netzwerken aktiv. Trotz allem
ist aber klar, dass das Digitale Hauptstadtbüro den persönlichen Dialog nicht ersetzt. Es kann ihn aber initiieren und unterstützen.

Der Autor

Jan Böttger ist Managing Director der 365 Sherpas GmbH.
Seine Schwerpunkte sind die strategischen Corporate Affairs-Beratung national und international agierender Unternehmen sowie die Konzeption und Leitung integrierter Kommunikationskampagnen für Verbände und den Öffentlichen Sektor.

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